WILDE MÖHRE?!

„Warum lässt Du denn diesem Unkraut-Mist stehen?“, werde ich gefragt.

Nun, die Antwort gibt die Natur schon selbst:

DAS IST DOCH ALLES WILDES ZEUG UND UNKRAUT?

Von Wegen!

Der übliche Golfer-Totrasen ist jetzt Heu und alles ist öd und leer.

In meinem Hortus-Wildgarten aber, da kommen die wilden Möhren, Johanniskraut, Woll-/Kratzdisteln, Habichtskraut-Blätter, reichlich Rotklee, Wiesenpippau, Wegericharten, Ysop, Heilziest, Witwenblume, Spornblume, Sporenblume, Weinraute, Geisblatt, Berufkraut und andere schöne Dinge blühen in voller Pracht.

Die lila Haferwurz hat den Regen und Wind veranlasst, mir den Samen mit seiner Hilfe mir zu klauen, bevor ich welchen für FreundInnen nehmen konnte, aber dafür hat sie verkleinert zwar, aber doch in 2. Blüte noch einmal einen kleinen lila Segen mir zum Trost geschenkt.

Die gelbe Haferwurz wurde ja leider auf dem Saum-Feldweg gemäht und vermulcht… ich war zu spät… Auch direkt am Haus der Feldweg, wo direkt an meiner Gartenmauer Silberpfennig, Klettwurz und lila Haferwurz mit Schafgabe am Blühen war, hat die Gemeinde die kleine Blühecke nieder gemacht an dem anschließenden Rasen-Feldweg, den sie aber wohl des Klees wegen wenigstens stehen gelassen haben.

Aber was mich gerade besonders freut und meine Terrasse mit regionalem und wunderschönen sowie robusten Grün erfreut:

Weidenarten und Efeu habe ich gesteckt und Wegericharten aus den Hofritzen vereinzelt nur gezogen und in Schalen gesetzt… Alles kommt!!!

So habe ich nächstes Jahr ordentlich Nachschub an Öhrchenweide, lecker nach Honigduft riechender Blüten im Frühling, vielleicht Salweide? Korbweide und Korkenzieherweide (wobei letztere auch eine andere sein könnte!) kommen auch wunderbar!!!

Blutweiderich, Storchenschnabel und Nelkenwurz zieren den Terassen/Windwand-Rand zum Garten zwischen Tomaten und dort sich in der Ritze trefflich wohlfühlendem Weisswein und Rotwein. Allerdings kommen jetzt erst dort die dazwischen gesetzten rankenden Prunkbohnen, die meinen Speiseplan erweitern sollen.

Estragon und Beifuß haben sich mit Weidenröschen auch gesämt und 6 Topinambur drücken sich auch lieber unter der Holzwand durch zu mir auf die Terrasse und beschatten meine Zinkwanne, in der ich versuche, angeschnittene wunderschöne Zweige von Korkenzieher-Hasel und -Weide zu retten.

Auf jeden Fall kann ich im Weidenwasser so nun herrlich nebenbei meine Füße abkühlen und das Wasser wachstumsfördernd alle paar Tage mal zum Giessen nützen als Weidenwasser für andere Keime, Bäumchen und Stecklinge.

Ok, es gibt auch nicht regionale und/oder Hortusianer Ausnahmen:

Meine Aloe Vera aus Spanien und Griechenland von Freunden mitgebracht, wenige Kakteen und meine lieben Kalantchoe, die flammenden Kätchen mit deren Verwandten, den „lebendgebährenden“ diversen Arten der Göthe-Pflänzlein als Sammlung hier vereint, haben auch hier mit Alpenveilchen und dem mich vor Formaldehyd Ausgasungen schützenden Lebensquell, dem Drachenbaum einmal von drin aus den Räumlichkeiten etwas Luft schnappen können und sind so der Hausenge entkommen.

Sie genießen sichtlich ihren freien Sommerurlaub mit dem „Einheimischen“ als Grünzeugs hier nett vereint. Sehr verdient würde ich sagen. Und Herr Wegerich, gerade im Casanova-Feeling erblüht gerade neben Frau Kätchen in voller Pracht…

Lassen wir das Liebespaar ungestört turteln.

Der Dank ist später Wachstum und Robustheit der Pflanzen im ruhenden Winter geschützt in meinem Haus an meiner Seite.

Später dann im kalten, trüben Wintet ist es für uns alle ein schönes Erinnerungsfest an den Terrassensommer des letzten Jahres, wenn wir so sinnierend beieinander sitzen und ich die Pflänzchen gieße und sie mir dafür leise ihre Liebeslieder zuflüstern, die sie von ihren Brüdern, den Vögeln für sich händchenhaltend -pardon – wurzelhaltend erlauschten.

Aber die wilde Möhre, auf die so geschimpft wurde von Seiten , der allgemeinen Totrasenzonenbesitzer, auf die ist Verlass, sie kommt und geht jedes Jahr treu und brav, nur ab und zu einmal den Standort wechselnd, da sie dem Wiesen-Kerbel und -Bärenklau gern hinterher wandert.

Mein wildes Möhrchen hat mir in diesem Jahr das erste Mal geholfen, mit Weinraute und Diptam gemeinsam am Werk, den wunderschönen Schwalbenschwanz Schmetterling hier herbei zu führen.

Die Wilde Möhre ist ein wunderbares, dankbares, nahrhaftes Blümelein und ist in meinem Garten still wandernd mit ihrem mittigen schwarzen Auge mir zuzwinkernd aus ihrer Blütendolde, immer von Herzen WILLKOMMEN!

C.

©️®️CWG, 03.07.2018.

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s