Ein Urteil, auf welches sich berufen lässt 😉 (y)

Urteil: Berufskrankheit trotz Einhaltung von Grenzwerten
Auch niedrige Schadstoff-Exposition kann berufsbedingte Atemwegserkrankung verursachen
01. Februar 2017 [ Sozialgericht Karlsruhe ]

„Gericht sieht eine Berufskrankheit

Das Gericht urteilte zugunsten der Frau: Die Klägerin erfülle die arbeitstechnischen Voraussetzungen der streitigen BK sehr wohl, denn sie sei beim Löten verschiedenen #Gefahrstoffen ausgesetzt gewesen. Dass „selbst unter Berücksichtigung der konkreten räumlichen Verhältnisse am Arbeitsplatz, der fehlenden Absaugvorrichtungen und eines Zeitanteils der Lötvorgänge von bis zu 50 % je Arbeitsschicht die MAK-Grenzwerte der einzelnen Gefahrstoffe ‚deutlich unterschritten‘ gewesen seien, steht der Erfüllung der arbeitstechnischen Voraussetzungen nicht entgegen.“
Das Gericht befand außerdem, dass Atemwegserkrankungen auch durch toxisch-irritative Schadstoffe im Niedrigkonzentrationsbereich, also auch unterhalb der Grenzwerte, verursacht werden und allmählich zu Krankheitssymptomen führen können.
Die Richter bezogen sich bei dieser Aussage auch auf Nr. 2.8 der Technischen Regel für Gefahrstoffe (TRGS) 900 „Arbeitsplatzgrenzwerte“ und Nr. 2 Abs. 6 der Technischen Regeln 406 für biologische Arbeitsstoffe und Gefahrstoffe (TRBS) „Sensibilisierende Stoffe für die Atemwege“, denen zufolge die Einhaltung von Arbeitsplatzgrenzwerten für Gefahrstoffe nicht zuverlässig vor deren sensibilisierender Wirkung schützt.
Der Arbeitsplatzgrenzwert gebe nach der Definition in § 2 Abs. 8 S. 2 der Gefahrstoffverordnung nur an, bis zu welcher Konzentration eines Stoffes akute oder chronische schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit von Beschäftigten „im Allgemeinen“ nicht zu erwarten seien; er schließe daher schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit im Einzelfall nicht von vornherein aus.

Die MAK-Werte gelten außerdem nur für einzelne Stoffe – der Lötrauch bestehe aber aus einem Stoffgemisch, bei dem sich die Schadstoffe addierten. Auch setze die Anerkennung der BK Nr. 4302 keine konkrete Belastungsdosis voraus.“
Quelle: http://www.arbeitsschutz-portal.de/beitrag/asp_news/5648/urteil-berufskrankheit-trotz-einhaltung-von-grenzwerten.html?nl=4-2017

http://www.arbeitsschutz-portal.de/beitrag/asp_news/5648/urteil-berufskrankheit-trotz-einhaltung-von-grenzwerten.html?nl=4-2017

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