Ökotipp 03/2016

 

Fukushima und Tschernobyl erinnern heißt Strom wechseln

 

Mit der Wahl ihres Stromlieferanten entscheiden die Kunden auch mit über den Atomausstieg und die Energiewende. Je mehr Menschen zu Ökostromanbietern wechseln, desto schneller gelingt die Abkehr von der risikoreichen Atomkraft und der klimaschädlichen Kohleverstromung. Die Orientierung auf dem Ökostrom-Markt ist nicht ganz leicht. Ein sogenanntes Herkunftsnachweisregister bietet hier Hilfe. Dabei handelt es sich um eine elektronische Datenbank, die den Anbietern die Herkunft ihres Stroms bescheinigt. Damit wird deutlich, wo und wie der Strom aus erneuerbaren Energien produziert wurde. Die Nachweise schließen auch eine doppelte Vermarktung des erzeugten Stroms aus. Anbieter können sich also nicht mehrere Bescheinigungen für die produzierte Strommenge ausstellen lassen. Allerdings können die Nachweise nicht verhindern, dass Stromanbieter behaupten, ihren Kunden Ökostrom zu liefern, obwohl sie Strom aus Atom- oder Kohlekraftwerken anbieten und ihn mit Herkunftsnachweisen zu Ökostrom umdeklarieren.

 

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) rät, Ökostromanbieter auszuwählen, die mit dem „Grüner Strom“-Label ausgezeichnet sind. Hinter dieser Kennzeichnung stehen sieben Umwelt- und Verbraucherschutzverbände, darunter auch der BUND, sowie Friedensorganisationen. Seit 1998 ist das Label im Gebrauch und damit das älteste Gütesiegel für Ökostrom in Deutschland. Wichtigstes Kriterium einer Zertifizierung mit dem „Grüner Strom“-Label ist, dass Stromanbieter pro verkaufter Kilowattstunde mit einem festen Betrag den Ausbau erneuerbarer Energien fördern. Der BUND weist darauf hin, dass ein Wechsel zu einem Ökostrom-Anbieter nicht bedeutet, dass nur noch „grüner Strom“ aus der Steckdose kommt. Insgesamt wird die Stromerzeugung jedoch umweltfreundlicher, da der Kunde mit seinem Geld den Ausbau erneuerbarer Energien fördert und so die Emissionen von Treibhausgasen reduziert.

 

Weitere Informationen

 

Zum Herkunftsnachweisregister für Strom aus erneuerbaren Energien: www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/erneuerbare-energien/herkunftsnachweise-fuer-erneuerbare-energien

 

Zum „Grüner Strom“-Label: www.gruenerstromlabel.de

 

 

Berlin, den 20. April 2016

 

Die BUND-Ökotipps sind kostenlos zum Abdruck freigegeben. Der BUND muss als Quelle erkennbar sein.

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